Archive for the 'Klinikalltag' Category

Pflegefall Pflegeberuf

Gefunden bei Herr Pfleger .

Ein Video , welches die Zukunft der Pflege in recht düsteren Farben ausmalt. Herr Pfleger fragt , ob es wirklich schon so ernst um die Pflege steht.

Ich persönlich denke ja. Zwar gibt es viele die gut Pflegen, aber die Anzahl an pflegebedürftigen Menschen steigt unaufhaltsam, Pflegepersonal wird mittlerweile an allen Ecken gesucht. Ambulante Pflegedienste schießen wie Pilze aus dem Boden. Pflege wird immer teurer, für viele im benötigten Rahmen unbezahlbar. Und die demographische Entwicklung verschärft das Problem von Jahr zu Jahr. Wenn sich nicht bald etwas ändert , fragt mich bitte nicht was genau, dann weiß ich nicht wer mich einmal pflegen wird wenn es nötig sein sollte. Und vorallem wie ich dann gepflegt werde.

Was wäre wenn – Blogaktion

Gestern haderte ich mal wieder mit mir ob ich nicht doch lieber Medizin studiert hätte, da schrieb die kleine Aufschneiderin mir im Twitter ich solle darüber doch einen“Was wäre wenn“ Artikel schreiben. Und nach kurzem Nachdenken fand ich die Idee garnicht schlecht. Viele von uns haben einen Beruf den sie gerne ausüben würden, also warum nicht mal den anderen erzählen wie man sich einen Tag im Traumjob so vorstellt? Und herausfinden was genau man eigentlich über den vermeindlichen Traumjob weiß.  Sollte jemand in seinem Traumjob arbeiten , dann kann er oder sie auch gern seinen Albtraumjob beschreiben 😉

Ich mache mal den Anfang und beschreibe meinen Tag als Ärztin 🙂

Ein wenig Klischee und Idealisierung sehe man mir bitte nach …ich bekomm ja immer nur Bruchstücke mit und schließlich will man beim Traumjob ja nicht ans negative denken 😉

Montag morgens halb 8 in einem Krankenhaus auf dem Land. Frau Dr. Kranke Schwester schlürt auf die Station und zieht sich im Arztzimmer um. Als ich auf den Flur trete spricht mich direkt Schwester Katja an…tausend Sachen die nach dem Wochenende geklärt werden müssen. Aber nichts davon klingt lebensbedrohlich, also erstmal zur Frühbesprechung. Dort besprechen wir… irgendwas, ich hab keine Ahnung. 😉 Dann zurück auf die Station, Kaffee holen und erstmal auf den neuesten Stand gebracht werden. Welche Patienten sind neu , was war am Wochenende? Dann dem Pflegepersonal die Kurven abringen und Visite machen. Die meisten Patienten frühstücken gerade , einige sind bei Untersuchungen, also geht es relativ schnell. Zwischendurch kommt immer mal jemand vom Pflegepersonal und fragt dieses und jenes. Noch schnell zwei Viggos (Venenverweilkanüle, die lustigen bunten „Nadeln“ im Arm für Infusionen) legen, naja schnell ist relativ, und dann ins Arztzimmer.

Was ich da nun mache? Gute Frage. Ich tippe jetzt mal darauf das ich Befunde durchsehe, Briefe diktiere, Anrufe annehme, mich mit Kodierung herumschlage und Untersuchungen hinterher telefoniere.

Hmm was mache ich als Ärztin sonst noch? Mit meinen Kollegen sprechen, Anordnungen in die Kurven schreiben, Frühstückspause machen. Dann wieder im Arztzimmer am PC herumwerkeln. Telefonate und Gespräche mit Angehörigen führen, Vormittags in der schlecht besetzten Funktionsabteilung Untersuchungen machen. Dabei immer wieder Telefonate von Station annehmen weil Fragen sind. Mittags wieder auf Station aufschlagen. Mittagspause machen. Dann ist wieder eine Besprechung von 13 bis 14 Uhr. Ich vermute mal wir besprechen die Befunde der OP’s oder größeren Untersuchungen wie Herzkatheter und ähnlichem.

Wieder auf Station erstmal Kaffee trinken und dann wieder Befunde sichten. Gespräche mit Angehörigen und mit Patienten die meinen es sei keine Visite gewesen *seufz*

Wenn Wochenmitte wäre hätte ich Nachmittags noch Oberarztvisite. Da kann ich dann das Pflegepersonal ärgern in dem ich alles was ich morgens angesetzt habe wieder ändere 😉

Was mache ich den Rest des Nachmittags? Hmm vielleicht hänge ich EK’s an. Mache ein Punktion. Und weiter Papierkram, Gespräche, Telefonate. Mehr Kaffee…

Und dann pünktlich (haha) um 17.00 Uhr ziehe ich mich um. Auf dem Weg durchs Dienstzimmer fängt mich jemand vom Pflegepersonal ab und ich muss noch Marcumar ansetzten 😉 Und dann gehe ich nach Hause.

So, das ist eine Mischung aus meinen Beobachtungen, Vermutungen und Vorurteilen über den Job der Arztes. Wie man sieht eindeutig gefärbt von der Arbeit auf einer internistischen Station. Wenn ich wirklich Medizin studieren würde wäre ich allerdings nicht Internistin geworden. Und auch keine Chirurgin. Mich würde die Anästhesie reizen. Aber da ich leider nicht viel im OP gearbeitet habe kann ich dazu absolut keinen Tagesablauf schreiben.

Jetzt gebe ich das ganze frei und hoffe auf eure Kommentare. Was sehe ich falsch? Was habe ich vergessen? Wo trügt der Schein? Was ist Klischee?

Ich freue mich auf Kommentare und hoffe das der ein oder andere sich beteiligt und seinen Tag im Traumjob beschreibt. 🙂

Und wenn du denkst es geht nicht mehr…

Gerade hatte ich mich damit abgefunden das die Arbeit im Krankenhaus mich nicht mehr erfüllt, keinen Spass mehr macht und mir definitiv nicht fehlen wird. Ich habe gejammert, trotz der wenigen Tage die ich neben dem Studium nur arbeit, das ich keine Lust habe. So auch heute. Gestern Abend habe ich mich aufgeregt, heute morgen habe ich mich aufgeregt, auf dem Weg zum Dienst habe ich mich aufgeregt. Und dann?

Heute war ein Dienst wie er besser nicht hätte sein können. Es fing ruhig, wenn auch chaotisch an. Dann die üblichen Zwischenfälle. Ein verwirrter ,frischoperierter, gerade von der ITS verlegter Patient der meint allein aufstehen, nur auf ATS, wär ne super Idee. Es kam wie es kommen musste, ich fand ihn auf dem Boden zwischen Bett und Nachtschrank in klassischer Maikäferpostion (Auf dem Rücken, Arme und Beine nach oben ) . Patienten ins Bett gewuchtet, Diensthabenden informiert, Röntgen klargemacht. Ich muss sagen ich hatte ein wenig Sorgen das die frische Kyphoplastie ( so hieß das doch, oder?) hin ist, aber nein. Wunder gibt es immer wieder.

Eine verwirrte Dame die den ZVK in ihrer Jugularvene für völlig überflüssig hielt ( Parenterale Ernährung? Ach, wofür denn… ) und ihn sich kurzerhand selbst entfernt hat. Blutbad olé.

Diverse Angehörige mit  abenteuerlichen Wünschen, Supermegaprivatpatienten mit eben solchen.

Zwischendrin immerwieder langeweile. Zigarettenpausen. Gefühlte 1000 SMS tippen 😉

Dann kurzzeitig das nahen der Apokalypse…. Kaffee war leer. Aber wozu gibt es ne Nachbarstation? 🙂

Zum Abendrundgang die üblichen Sätze… „Sie bekommen noch eine Spritze zur Thromboseprophylaxe“ , „Brauchen sie noch Wasser?“ und der Klassiker „Schlaftabletten verteilt die Nachtschwester….“

Das alles hat mich die letzten Monate furchtbar genervt. Heute tat es das nicht. Mir gingen viele Storys aus meinem alten Haus durch den Kopf, die ehemaligen Kollegen fehlen mir. Aber ich habe das Gefühl ich bin in meinem neuen Haus endlich angekommen. Die Chirurgie wird nie mein Lieblingsfach, aber meine Berührungsängste habe ich verloren. Die Unsicherheit ist weg, meine Berufserfahrung kommt wieder voll zum Vorschein.

Und mit dem Verschwinden der Unsicherheit kommt aber auch ein wenig der Zweifel ob mir der Job vielleicht doch mehr fehlen wird als ich gedacht habe.

Vielleicht ja, vielleicht nein. Wir werden sehen wie es nach Ostern aussieht, da hab ich vier Tage am Stück. Könnte sein das ich dann wieder sicher weiß weshalb ich den Job nicht mehr machen wollte…

Aber für heute werde ich noch ein wenig nostalgisch sein und an die Highlights der letzten Jahre denken.

 

Neue Erfahrungen

Es hat mich also in ein neues Haus verschlagen. Und wenn ich dachte ich kann meinen Job….naja anderer Fachbereich, anderes Wissen das gefordert wird. Nach langer, langer Zeit in der Inneren hat es mich nun zu den Chirurgen verschlagen. Und wenn ich ganz ehrlich bin….ich mag es nicht. Keine Ahnung warum, aber schon in der Ausbildung konnte ich mit der Chirurgie nie richtig warm werden. Vielleicht ist es das ständige Op’s schieben, vielleicht das ewige prä – und postOP Röntgen, vielleicht die Tatsache das man um etwas mit dem Stationsarzt zu klären erstmal im OP anrufen muss. Vielleicht sind es die vielen , vielen, vielen, vielen , vielen Patienten mit Femur- oder Humerusfrakturen, die Drainagen, die Redons, die Stomabeutel…
Vielleicht liegt es aber auch nur daran das ich das alles zu lange nicht mehr gemacht habe. Ab und an ja, aber nicht so regelmäßig das ich nicht bei allem Möglichen nochmal nachfragen müsste. Wenn das nur beim fachlichen wäre… okay… Aber auch noch ein völlig neues Haus. Ich kenne keinen. Keine netten Gespräche und Witzchen wenn man irgendwo was ausleihen geht oder irgendwo anruft, ständig jede Telefonnummer nachschauen, keine bekannten Leute. Nochdazu verlaufe ich mich ständig obwohl das Haus nur einen winzigen Teil meines alten Hauses einnehmen würde. Und die Tatsache das ich nur 2-3 Tage im Monat am WE dabin macht es nicht besser…
Bleibt mir momentan nur abwarten, Tee trinken und auf bessere Zeiten hoffen. (Und auf unerwarteten Geldsegen damit ich neben dem Studium nicht weiter arbeiten muss 😉

Überstunden

Das ab und an mal Überstunden anfallen ist normal. Und durchaus auch in Ordnung. Es gibt nunmal Situationen in denen man nicht einfach alles hinwerfen kann und sagt “ Ich hab jetzt mal Feierabend“. Kommt bei einem Notfall nicht wirklich gut. Klar nerven Überstunden. Aber manchmal sind sie einfach notwendig.

Was ich jedoch nicht verstehen kann ist die Tatsache das ich momentan gehäuft Ärzte in Privatklamotten abends oder am Wochenende im Arztzimmer vor dem Computer sitzen sehe wo sie fleissig alte Briefe abarbeiten.  Das unsere Ärzte Überstunden machen ist durchaus normal und auch weitgehend bekannt. Aber das sie mittlerweile vor oder nach dem Dienst oderan ihren freien Wochenenden in der Klinik hocken weil sie ihre Arbeit in der regulären Dienstzeit nicht mehr bewältigen können….

Sicher gehört zur Arbeit im Gesundheitswesen eine gewisse Bereitschaft sein Privatleben hinten anzustellen. Oft wird Beruf mit Berufung gleichgesetzt. Aber irgendwo muss doch mal eine Grenze sein , oder?

Eigentlich bin ich nicht abergläubisch

aber an einem Freitag den 13. wie heute könnte ich es glatt werden.

Der Spätdienst war die absolute Hölle.

Fast alle Entlassungen am Nachmittag, alle Patienten brauchen dann natürlich Medikamente für’s ganze Wochenende , denn “ mein Hausarzt ist jetzt ja nicht mehr da“ .

Die Patienten die über’s Wochenende bleiben müssen sind bis auf wenige Ausnahmen wirklich krank und somit auch Pflegebedürftig und oft auch anstrengend und im schlimmsten Fall mit eben solchen Angehörigen gesegnet. Wieviele Windeln ich heute gewechselt habe weiß ich nicht. Aber vor dem duschen hatte ich die ganze Zeit das Gefühl irgendwie nach Stuhlgang zu riechen.

Wieviele Patienten mich im 5 Minuten Abstand nach ihren Entlassungspapieren gefragt haben weiß ich auch nicht mehr. Aber ich frage mich was an dem Satz “ Der Arzt ist am Entlassungsbriefe schreiben, sobald ihrer fertig ist bringe ich ihnen den Brief und ihre Medikamente ins Zimmer.“ nicht zu verstehen ist?

Wenigstens war ich mit „vernünftigen“ Kollegen im Dienst. Sprich mit Kollegen mit denen ich gerne arbeite und bei denen ich mir sicher bin das ich nicht alles nochmal kontrollieren muss und bei denen ich nicht an jede Kleinigkeit selbst denken muss.

Morgen früh darf ich um 6 Uhr wieder antreten. Ich hoffe nur das Samstag der 14. nicht auch so schlimm wird …

Teamfähigkeit

wird in der Gesundheitsbranche groß geschrieben. In jeder Stellenanzeige ist es eine der Hauptanforderungen an Bewerber.

Manch einem bleibt sie aber mit den Jahren auf der Strecke…

20 Uhr. Meine Kollegen sind beim Abendrundgang ich habe mich im Dienstzimmer verschanzt weil ich gerade einen Patienten von der Intensiv übernommen habe und die Unterlagen fertig mache.

Eine meiner Kolleginnen hat nur Dienst bis 20 Uhr und verabschiedet sich. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß ist das die 2. Kollegin noch einige Zimmer auf dem Abendrundgang vor sich hat. Und im Dienstzimmer herrscht noch das reine Chaos weil ich den halben Nachmittag damit beschäftigt war Patienten zwischen der Intensiv und unsere Station hin und her zu karren. Mit dem ausarbeiten der Visite bin ich so gegen 18.30 Uhr fertig geworden.

Ich sitze also gegen 20 Uhr in einem Berg von Akten im herrlichsten Chaos im Dienstzimmer als die Nachtwache auf Station kommt. Ihr Wagen für den Durchgang ist noch nicht gepackt, da meine Kollegin damit noch die Abendrunde macht. Infusionen sind nicht vorbereitet und alles in allem wie bereits gesagt, Chaos.

Dazu ein Patient mit chronischem Alkoholabusus den ich seit geraumer Zeit immer wieder vom Balkon holen muss weil er dort verbotener Weise raucht. Dann flitzt noch eine Patientin über den Flur die ich nicht einordenen kann , welche aber einen nicht wirklich orientierten Eindruck macht. Also alles liegen lassen und erstmal die Patientin einfangen. Aha. Doch eine Patientin von uns. Also ins Zimmer mit der guten Frau.

Während ich weiter meine Kurven bearbeite bereitet die Nachtwache sich , schon sichtlich genervt ihren Wagen für den Durchgang vor. Meine 2. Kollegin ist mit ihrer Runde fertig und treibt sich wer weiß wo herum. Zu den Klingeln geht sie jedenfalls nicht. Das erledigen die Nachtwache und ich zwischendurch. Um 5 Minuten vor halb neun Beginne ich endlich mit der Übergabe an die Nachtwache. Als meine Kollegin plötzlich in der Tür steht und meint : “ Ich kann doch jetzt gehen , oder soll ich noch Klingeln ablaufen?“  Große Augen bei mir und der Nachtwache. Ähm ja bitte , Klingeln ablaufen wäre super, denn sonst dauert die Übergabe vermutlich ne Stunde.

Um Viertel vor Neun bin ich mit der Übergabe fertig. Die Kollegin verschwindetr eilig in den Feierabend. Ich setze mich ins Dienstzimmer und mache meine Arbeit zu Ende.

Ich habe ja nichts gegen Überstunden. Aber in diesem Fall wäre ein Großteil davon vermeidbar gewesen wenn eine Kollegin vielleicht 10 Minuten länger geblieben wäre.

Vielleicht kommt es mir nur so vor, aber ich habe immer mehr das Gefühl das viele Kollegen wenn der Feierabend naht denken… Nach mir die Sintflut. Die nächste Schicht wird’s schon richten…

Mit Teamfähigkeit hat das nicht wirklich was zu tun.


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Was sie schon immer über die Kranke Schwester wissen wollten, aber nie zu fragen wagten.

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