Werksspionage I – Prästationär und OP-Tag

So , nach Installation von Windows 7 und dem Einbau von neuem Arbeitsspeicher hat mein PC es dreimal geschafft meinen angefangenen Artikel durch einen Neustart ins Nichts des Internnets zu katapultieren. Neuer Versuch!

Wie war also mein Aufenthalt bei der Konkurrenz? Nunja soweit ganz nett.

Am Montag Termin zur Aufnahme prästationär. Blutentnahmen, Arztgespräche, Aufklärungen , Unterschriften , das übliche. Das ganze dauerte von 8 Uhr bis 12 uhr. Erfreulich kurz, hatte man mir doch Wartezeit bis mindestens 14 Uhr angedroht. Alles in allem gut organisiert, motiviertes Personal. Besonders beeindruckt war ich von meiner erste Gesprächspartnerin. Keine Schwester, kein Arzt….. nein , eine Apothekerin die meine regelmäßig einzunehmende Medikation erfragen und auf eventuelle Wechselwirkungen prüfen sollte. Vorbildlich. Könnte man bei uns auch mal einführen. Etwas enttäuscht war ich dann doch das ich keine Spinalanästhesie haben durfte sondern doch mit einer Vollnarkose vorliebnehmen musste. Dabei war mein Plan doch genau mitzubekommen wer „Ups!“ sagt und warum.

3 Tage später. 7 Uhr *gähn* Aufnahmetermin. Ich werde auf mein Zimmer begleitet …(Mist! 3 Bett Zimmer mit zwei sehr alten Damen, wäre ich vielleicht doch besser in MEIN Krankenhaus gegangen?) , packe meine Sachen aus und warte. Gegen halb 8 ist Visite (auch am Wochenden wie ich später noch erfahren werde). Kurzes „Hallo“ , einmal einen dicken Pfeil auf die zu operierende Stelle malen und wieder warten. Gegen 10 erfahre ich das ich so um 12 dran kommen soll. Um 11 dürfe ich mich also umziehen und meine Tavor einnehmen. Gesagt getan. Um 11 Uhr kriecht die Kranke Schwester im schicken OP Hemd mit ATS am rechten Bein und der modisch gefragten Netzhose + Vorlage ins Bett, nimmt ihr Tavor  und ist froh endlich mal die Augen zuzumachen und nicht mehr ganz soviel vom gequatsche der beiden Ladys mitzubekommen.

Irgendwann fliegt die Tür auf, igendjemand in weiß kommt rein und schiebt mich über den Flur um eine Ecke zur Anästhesievorbereitung. Ich denk mir noch „Nett, sehr kurze Wege hier“ als ich auch schon von den Kollegen der Anästhesie freundlich begrüßt werde. Die scheinen gut gelaunt zu sein und auch schon die Info erhalten zu haben was ich beruflich mache. Verdammt, weiß das hier eigentlich jeder?

Zeit für ein kurzes Schwätzchen ob den der und der Kollege bei uns noch arbeitet, was es für neue Skandale gibt usw. Ich merke beim  ganzen scherzen und lästern kaum wie ich einen Venenzugang gelegt bekomme. Ich bekomme noch die nette Info der Anästhesistin ich bekäme jetzt O2 und das was sie mir nun spritzen würde sie Propofol etc…. Zählen bis zum einschlafen durfte ich nicht. Schade eigentlich, hatte mir doch vorgenommen mindestens bis zur Fünf zu kommen…

Als ich die Augen wieder aufmache bin ich…. nun ich vermute es war der Aufwachraum. Wirklich erinnern kann ich mich nicht. Ich weiß nur noch von einer Uhr die mir sagte das es zehn vor Zwei ist und an eine Infusionsflasche über mir auf der ich etwas verschwommen „Novalgin“ erkennen kann.

Der Rest des Tages ist mehr oder weniger verschwommen. Ich weiß das meine Tante zu Besuch kam und Blumen mitbrachte. Ich weiß das ich irgendwann aufgestanden bin und irgendwie mit UAG’s und  Drainage aufs Klo gehumpelt bin. Ich hab auch Abendbrot gegessen und Schmerztropfen für die Nacht bekommen. Schmerzen hatte ich aber da noch nicht so wirklich. Erst in der Nacht wurde ich irgendwann klarer im Kopf. Und hatte auch Schmerzen. Aber ich wollte nicht klingeln. Die Anlage gefiehl mir nämlich überhaupt nicht, obwohl sie durchaus praktischer ist als unser System. Wenn bei uns ein Patient schellt muss ich auf den Flur gehen, schauen wo es schellt, hingehen, fragen was los ist und dann jenachdem das Kopfteil verstellen , zum WC begleiten oder zurück zum Dienstzimmer laufen um Schmerzmittel oder ähnliches heranzuschaffen.

Hier lief das ganze ein wenig anders. Wenn jemand schellt so fragt eine nette Schwester über eine Gegensprechanlage am Nachtschrank was der Patient benötigt und kommt dann direkt mit dem gewünschten z.B. Wasser, Schmerzmittel etc. ins Zimmer. Spart auf jeden Fall viel Rennerei. Allerdings fand ich die ganze Sache doch etwas sehr laut. Also hab ich nicht geschellt und die Nacht bis zum nächsten morgen irgendwie im Halbschlaf hinter mich gebracht…

3 Responses to “Werksspionage I – Prästationär und OP-Tag”


  1. 1 Frauke 6. Dezember 2009 um 15:45

    Gute Besserung nochmal. Wir haben auch so eine Gegnsprechanlage, die ich nachts aber nie benutze, weil dann die anderen Patienten im Zimmer wecken würde. Dann hätte ich ja 3 Patienten die evtl. etwas wollen.🙂 nee, da lauf ich lieber den langen Flur und frage den Patienten was er möchte und hole es dann.

  2. 2 Julia 7. Dezember 2009 um 00:48

    Erst mal gute Besserung und schön, wieder von dir zu lesen!
    Wir haben diese Gegensprechanlage auch. Allerdings läuft das System über eine Zentrale, die das Anliegen entgegen nimmt und dann ins Schwesternzimmer weitersagt.
    Bringt allerdings gerade in der Nacht zwei große Nachteile mit sich:
    1. Zwar hat jeder am Bett einen eigenen Klingelknopf, die Lautsprecheranlage hängt aber mitten im Zimmer und ist von der Lautstärke her für ältere und etwas schwerhörige Patienten eingestellt. Sprich: einer klingelt und alle sind wach.
    2. und meiner Meinung nach viel schlimmer: Die Dame oder der Herr im ComCetnter (So heißt unsere Zentrale) sieht am PC in welchem Zimmer die Anwesenheit der Schwester leuchtet. Dorthin schaltet er dann den Lautsprecher. Hat die Schwester vergessen, die Anwesenheit anzuschalten (oder ist kurz auf Toilette) hat der ComCenter die Möglichkeit, sich in JEDES Zimmer zu schalten. Da klingelt dann einer und 35 Patienten sind wach.

  3. 3 krankeschwester 7. Dezember 2009 um 13:30

    @ Julia

    okay das ist wirklich mal ne nette Sache. Ohje. Da freut sich bestimmt jede Nachtschwester drüber ….


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Was sie schon immer über die Kranke Schwester wissen wollten, aber nie zu fragen wagten.

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Fehler: Twitter hat nicht geantwortet. Bitte warte einige Minuten und aktualisiere dann diese Seite.

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