Wie arbeiten denn die Kollegen?

oder auch wie ist es eigentlich im eigenen Krankenhaus zu liegen?

In den Kommentaren zu meinem letzten Artikel sagten viele sie würden sich nicht im eigenen Haus behandeln lassen. Ich genausowenig. Allerdings lässt sich das manchmal nicht vermeiden. Ich bin mal in meiner Wohnung wunderschön kollabiert mit allem drum und dran inklusive Erbrechen und nasser Hose. Meine beste Freundin rief die 112 und ich wurde mit Blaulicht und allem abtransportiert. Und zwar direkt 1km weiter in die ZNA meines Arbeitgebers. Große Freude.

Und da lag ich dann. Blass, kraftlos nur in Unterwäsche (der Rest war leider nass und voll mit Erbrochenem) und kotze mir die Seele aus dem Leib. Der diensthabende Arzt kannte mich. Die Schwestern kannten mich. Alle waren sehr nett. Man wollte mir auch ein Zimmer auf einer der Privatstationen geben. Ich lehnte dankend ab.

Also landete ich in einem 3 Bett Zimmer auf einer normalen Station. Netterweise nicht auf meiner eigenen aber trotzdem im selben Fachbereich.

Wer auch immer von den Kolleginnen ins Zimmer kam , kam zu erst zu mir und plauderte ein wenig. Der Stationsarzt kannte mich noch von meiner Zeit auf der Intensiv.

Das nötige MRT bekam ich innerhalb von 30 Minuten nach Anordnung. Direkt morgens um acht kamen mein Pflegedienstleiter und meine Stationsleitung um sich nach meinem Befinden zu erkundigen. Alles worauf andere warten müssen ging wirklich schnell.

Aber trotzdem war es seltsam. Alle anderen arbeiteten da wo ich auch schon oft ausgeholfen hatte. Die netten Jungs vom Patiententransport kamen ins Zimmer sagten Hallo und gingen an mir vorbei. Nach ein paar Schritten blieben sie stehen, drehten sich um und fragten mich mit großen Augen „Was machst DU denn hier?“ ….

Wirklich jeder dem ich begegnete fragte mich was denn mit mir los sei….. Ich kann euch sagen auch wenn es nett gemeint ist …. ES NERVT. Und zwar ungemein. Zumal die Umstände die zu meinem Kollaps führten sehr sehr persönlich waren.

Es hat seine Vorteile im eigenen Haus zu liegen, aber für mich waren die Nachteile so überwiegend das ich mir danach schwor NIE WIEDER ausser es ist ein Notfall oder eine unpersönliche Bagatelle….

2 Responses to “Wie arbeiten denn die Kollegen?”


  1. 1 MyBea 5. August 2009 um 17:14

    Ohweia!
    Als erstes hoffe ich, dass es Dir inzwischen wieder gut geht und wünsche Dir von hier gute Besserung (in allen Bereichen, in denen es Not tut).
    Ich kann mir ziemlich gut vorstellen, dass das nervig war. Jeder kennt einen, jeder spricht einen an. Und dann auch noch in einer persönlich-intimen Sache. Beim nächsten Mal kollabierst Du am besten woanders, also in einem anderen Zuständigkeitsbereich. 😉
    Liebe Grüße in meine allerliebste Lieblingsstadt
    (ich komme LEIDER aus der anderen …)
    Bea

  2. 2 psychodoctrix 5. August 2009 um 17:49

    GsD KANN ich mich gar nicht ins eigene Haus legen *harhar*

    Scherz beiseite: ich fand es in meiner Zeit in der Pflege von der Vorstellung her furchtbar, mich von Kollegen versorgen lassen zu müssen. Auch heute habe ich generell eine fürchterliche Abneigung gegenüber Krankenhäusern und halte unmgängliche KH-Aufenthalte so kurz wie möglich (im Zweifelsfall entlasse ich mich halt selber). Das einzige, was ich aushalten kann als ärztlicher Kollege ist mein bester Freund, der meine Nase ganz wunderbar operiert hat, aber das war wenigstens eine andere Stadt und ich kannte den Rest der Bagage nicht, sonst hätte ich das nicht machen lassen….

    Ich kann Dich verstehen, im eigenen Haus liegen muss nicht wirklich sein, es reicht häufig schon aus, wenn die Mitarbeiter wissen, was man beruflich macht….

    Ich drück die Daumen für den Aufenthalt und hoffe, dass es fix wieder nach Hause geht (und endlich eine sinnvolle Lösung für das kaputte Bein auftaucht).


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Was sie schon immer über die Kranke Schwester wissen wollten, aber nie zu fragen wagten.

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