Mahlzeit

Essen und trinken hält Leib und Seele zusammen. Das wusste schon die Uroma. Und darum bekommt man auch in der Krankenpflegeausbildung beigebracht das die verzehrte Nahrung einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Heilung des Patienten hat. Zum Besipeiel werden bestimmte Nahrungszusammensetzungen empfohlen bei Patienten die eine große Wunde haben . Die richtige Ernährung soll die Wundheilung unterstützen. Dann gibt es natürlich noch spezielle Ernährungsformen für bestimmte Erkrankungen. Die Diabetes Diät, kalium- und phosphatarme Kost bei Nierenpatienten, Aufbaukost nach DarmOP, Salz und Fettreduzierte Kost bei Herzpatienten. Soviel zur Theorie. Doch wie sieht es denn nun wirklich im Krankenhaus aus? Wie ist das essen für die Patienten? Und für die Mitarbeiter? (JA wir müssen auch essen, man glaubt es kaum)

Ich weiß nicht wie es in anderen Häusern aussieht aber bei uns ist das Essen schlicht und ergreifend eine Katastrophe.

Die Auswahl mager, das was es gibt für einen normalen Erwachsenen oft zu wenig. Die Wurst schmeckt wie Gummi, der Käse klebt am Teller so fest das man ihn nur abbröckeln kann.  Einen Keks zum Kaffee gibt es nur am Sonntag. Frisches Obst? Ja gibt es. Aber oft sind das Äpfel die so hart sind das selbst ich als junger Mensch Probleme beim abbeißen habe. Wie eine über 80 jährige mit dritten Zähnen das schaffen soll ist mir ein Rätsel. Joghurt gibt es auch. Aber oft genug haben sich schon Patienten beimir beschwert weil sie einen hatten der bereits gegen sie im Schach gute Chancen auf einen Sieg gehabt hätte. Alles in allem traurig. Sowohl Frühstück als auch Abendessen.

Und mittags? Nunja die Patienten können zwischen 3 Gerichten wählen. Allerdings nur sofern sie keine spezielle Kostform einhalten müssen. Dann war es das schon mit der Auswahl. Ein paar Standards gibt es. Freitags Fisch, Samstag Eintopf und Sonntag Roulade oder Braten. Genießbar ist höchstens der Eintopf.

Als Personal oder nicht ans Bett gefesselter Patient hat man natürlich auch noch die Möglichkeit sich in der Krankenhauskantine zu versorgen. Allerdings ist die Auswahl an Mittagsmenüs dort genauso groß wie oben auf der Station. Aber zusätzlich gibt es noch ein „Salatbuffet“. Dieses steht bewusst in Anführungszeichen, denn meiner bescheidenen Meinung nach darf sich etwas das aus Tomaten, Gurken, Mischsalat aus der Tüte und ansonsten nur diversenVariationen von „Irgendwas gemischt mit Majo“ besteht nicht Salatbuffet nennen. Aber es klingt halt besser.

Das hört sich jetzt so an als wäre das Essen bei uns nur grausam und in keinster Weise zu ertragen. Naja um ehrlich zu sein ist es das auch. Aber die älteren Patienten sind genügsam. Viele haben schlechtere Zeiten erlebt. Zeiten in denen es garnichts zu essen gab. Für sie also kein großes Problem. Aber für das junge , motivierte , dynamische (*lach*) Personal sieht die Sache schon anderes aus.  Wenn man sich nicht jeden Tag etwas von zu Hause mitbringt, und so diszipliniert und organisiert sind die wenigsten, muss man das Beste aus dem machen was da ist.

Also folgen an dieser Stelle die wichtigsten Warnhinweise zum essen im Krankenhaus hinterm Mond gleich links….

1. Lass die Finger vom „Salatbuffet“

2. Lass die Finger von allem was paniert ist.

3. Lass die Finger von allem was Überbacken ist.

4. Eintopf  ist okay

5. Die vegetarischen Gerichte auch

6. Nein, keine Sauce….auch keine Tomatensauce

7. Ketchup und Majo aus dem verschweißten Tütchen sind okay

8.  Dienstags alle 3 Wochen gibt’s Pommes! Ein Highlight und schnell weg… also früh  da sein.

9. Und in der selben Woche gibt es Freitags Milchreis. Wenn du mir meine Portion wegschnappst gibt es echt Ärger.

4 Responses to “Mahlzeit”


  1. 1 Pflege-Uhu 4. Juni 2009 um 21:41

    Ja ja, das liebe Essen..ist doch überall das gleiche..😉
    Aber alte Menschen und genügsam??.. also da solltest du mal zu uns kommen..😉
    Wehe es gibt mal statt der 5 Scheiben Belag nur 4, (für 2 Scheiben Brot) ..dann kann ich mir aber etwas anhören,..
    Die einen findens Essen toll, die anderen als Kathastrophe,..
    Aber es wäre auch langweilig wenn man sich darüber nicht mehr aufregen könnte..🙂

  2. 2 Linda 4. Juni 2009 um 22:56

    hi,
    ich arbeite auch in einem Krankenhaus. Bei uns ist das Essen okay. Sonderwünsche sind meist machbar. Meine Kritik des Essen geht eigentlich nur an den Nachtisch, entweder gibt es (wie bei euch wohl auch) obst (äpfel, birnen etc), Dosenobst (ich finde der Pfirsich aus der Dose ist eine Zumutung) oder es gibt halt Joghurt bzw. Pudding. Wobei ich beim Pudding sagen muss, in einem Krankenhaus diesen Industriepudding auszugeben, der quasi zu 90% aus Zucker besteht ist ne Frechheit.
    So generell muss ich unsere Küche schon loben😀 das Frühstück ist der Wahnsinn, frisches Müsli, mehrere verschiedene Brotsorten, H-Milch, Joghurt, Obst, Eier alles möglich. Über das Gebräu, dass sich Kaffee schimpft sag ich mal lieber nix.
    Abendessen ist auch in Ordnung, die Patienten können sich ihr Menü selbst zusammenstellen.
    Mittagessen ist meist okay, meine Kritik dazu, alten Leuten schmeckt ein „einfaches“ Gericht meist besser, als irgendwelche besonderen Saucen etc. Ich weiß nicht, wie oft ich schon erklären musste, was das überhaupt für Gerichte sind.
    Oh und der obligatorische Samstagseintopf ist bei uns wirklich ekelhaft. Sämtliche Reste der Woche werden klein geschnitten und als Eintopf verkauft. Sieht einfach nur eklig aus.

    So, jetzt ist mein Kommentar doch etwas länger geworden.
    Eine letzte kleine Anmerkung noch, ich finde deinen Blog super und freue mich über deine Geschichten.

  3. 3 medizynicus 5. Juni 2009 um 09:53

    Damals, als ich noch ein frecher junger Zivi war, durften wir „kostenlos“ in der Krankenhauskantine essen.
    Irgendwann kam mal wer auf die Idee, anstatt hinunter zu gehen, doch einfach eine Essenskarte auszufüllen und auf Station zu essen. Das war so Semi-Legal, jedenfalls hat’s jeder gemacht.
    Dann kam mal wer auf die Idee, dass man doch auf der Essensanforderungskarte auch „Sonderkost“ ankreuzen konnte.
    Daraufhin haben sich ein paar von uns eine Flasche Bier zum Abendessen bestellt (hartgesottene Alkis bekamen damals auf ärztliche Anordnung).
    Auch das ging ein paar Mal gut.
    Bis dann irgendwer sich erdreistete, auf den Sonderanforderungsschein nicht nur anzugeben „1 Fl. Bier – Pils!“ sondern noch dazu schrieb: „bitte kalt!“.

  4. 4 Schwestertrauma 5. Juni 2009 um 15:58

    Bei uns ist das größte Problem am Essen, dass sich regelmäßig mittags sämtliche Soßen und Kompotts über die Tabletts ergießen, weil die Zivis, die die Essenwagen bringen damit so rasant um die Kurven fahren… ekelhaft. Und außerdem echt zeitaufwendig, denn „die Schülerin kann ja schon mal die Tabletts abwischen“ … das vegetarische Essen ist bei uns übrigens auch noch am ehesten genießbar. Es ist mir manchmal echt peinlich was wir den Patientin so alles vorsetzen. Und übrigens wäre ich schon froh bis zur Kantine zu kommen… habe sie bis jetzt einmal von innen gesehn. Im Schulturnus. Da wir so ein riesiges KH-Gelände haben müsste ich erstmal so gut 4 Minuten laufen bis ich dort bin, und dann wieder zurück… und überhaupt hab ich mittags dafür keine Zeit. =) Macht aber nix. Meine Schnittchen sind eh die leckerstetn.


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