Zeitmanagement

Es ist ja im medizinischen Bereich so das man versucht seinen Tagesablauf einigermaßen strukturiert zu gestalten. Bei uns gibt es einen exakt geplanten Tagesablauf für jede Schicht. Wann der Dienst beginnt, wann Übergabe ist, wann welche Tätigkeiten auszuführen sind. Viele sind zeitlich genau festgelegt. Wann es die Mahlzeiten gibt, wann Vitalzeichen kontrolliert werden, wann welche Medikamente (Heparin, Antibiosen) zu verabreichen sind. Dazwischen ist mehr oder weniger Spielraum. Und das ist auch gut so. Denn auch wenn versucht wird jeden Tag dem selben Ablauf zu folgen so gibt es doch immer wieder Dinge die dazwischen kommen. Wir arbeiten schließlich mit Menschen. Patient A fühlt sich heute nicht gut genug um sich selbst zu versorgen, also wird er gewaschen, Patient B ist wenn er versorgt werden soll gerade bei einer Untersuchung, Patient C sollte da er im Isolationszimmer liegt eigentlich zuletzt versorgt werden. Leider ist er gerade von oben bis unten mit seinen Körperausscheidungen einbalsamiert… Immer wieder muss man den Plan den man sich zurecht gelegt hatte von einer Sekunde auf die andere umwerfen und neu organisieren. Da müssen Patienten auf Untersuchungen warten weil Notfälle dazwischen kamen, manchmal warten die Patienten auf ihr essen, da leider der Wagen in der Küche vergessen wurde. Ununterbrochen klingelt das Telefon. Und irgendwie muss man vesuchen bei allem Telefonklingeln, nörgelnden Patienten, Klingeln im Zimmer, fragenden Angehörigen, anordnenden Ärzten und auftretenden Notfällen einen kühlen Kopf und vorallem den Überblick zu bewahren.

Manchmal habe ich nach solchen Chaosdiensten solche Kopfschmerzen das ich nur noch schlafen möchte.

4 Responses to “Zeitmanagement”


  1. 1 Frauke 3. Juni 2009 um 21:17

    Auf meiner Station haben wir auch ein festen Tagesplan. Heute brach er komplett zusammen, geplant waren heute im Frühdienst 6 Schwestern und im Spätdienst 4 Leute. Wie ich um 6 Uhr zum Dienst kam (man hat mich gestern abend um 21 Uhr angerufen und zum Dienst geholt) waren wir noch 4 Leute. Um 12 waren wir dann noch 3 und um 12.45 Uhr waren wir noch 2. Haben 52 Patienten nur mal zur Info. Vom Spätdienst hatten sich auch schon 2 Leute krank gemeldet. Also das zum Thema Zeitmanagment. Fazit in der Pflege kann man nur grob planen, es kommt meistens etwas dazwischen.

  2. 2 Bea 3. Juni 2009 um 21:35

    Ich habe größten Respekt vor Euch und dem was ihr tut. Hut ab!

  3. 3 Svenja-and-the-City 4. Juni 2009 um 08:18

    Ich frage mich immer wieder, was Menschen dazu bewegt, einen derart schweren Beruf mit so schlechter Bezahlung und solch schwierigen Rahmenbedingungen zu ergreifen.

    Was immer euch treibt, ich bin froh, dass ihr es macht.

  4. 4 schwestertrauma 4. Juni 2009 um 15:39

    Ich glaube für die Pflege muss man einfach geboren sein, wenn man es nicht ist, dann macht es einen auf Dauer kaputt… ist es aber das Richtige, dann merkt man das ganz schnell. Es ist einfach ein schönes Gefühl die Dankbarkeit der Patienten zu spüren und ihnen etwas Gutes tun zu können. Tag für Tag. Auch wenn es manchmal weniger ist als es sollte…
    Zumindest habe ICH mich darum für diesen Beruf entschieden.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




Blog Stats

  • 123,722 hits

Was sie schon immer über die Kranke Schwester wissen wollten, aber nie zu fragen wagten.

Twitter

Fehler: Bitte stelle sicher, dass der Twitter-Konto öffentlich ist.

Juni 2009
M D M D F S S
« Mai   Jul »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930  

Archive

Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.

Schließe dich 346 Followern an


%d Bloggern gefällt das: