Und da ist er schon… der Seegurkenpodcast mit Monsterdoc .
Archiv für April 2011
…wollte ich heute einen Artikel über Betriebsblindheit schreiben.
…sollte ich noch nicht so müde sein.
…bin ich aber viel zu müde um überhaupt was zu schreiben.
…dachte ich , ich hätte nur noch wenig über die Arbeit im Krankenhaus zu sagen.
…finde ich das sehr schade.
… hatte ich vor das wieder zu ändern.
…hätte ich Ostern arbeiten müssen.
…eigentlich hatte ich garkeine Lust mehr im Krankenhaus zu arbeiten.
…ist die Arbeit in der Pflege mein Traumberuf.
…vielleicht sogar soetwas wie meine “Berufung”
…ist es traurig das die Arbeitsbedingungen einem den Traumjob so vermiesen können.
The Podcast!This Summer! All across Europe!
Was wäre wenn – Blogaktion
Veröffentlicht 11. April 2011 Klinikalltag , Leben oder so ähnlich 20 KommentareGestern haderte ich mal wieder mit mir ob ich nicht doch lieber Medizin studiert hätte, da schrieb die kleine Aufschneiderin mir im Twitter ich solle darüber doch einen”Was wäre wenn” Artikel schreiben. Und nach kurzem Nachdenken fand ich die Idee garnicht schlecht. Viele von uns haben einen Beruf den sie gerne ausüben würden, also warum nicht mal den anderen erzählen wie man sich einen Tag im Traumjob so vorstellt? Und herausfinden was genau man eigentlich über den vermeindlichen Traumjob weiß. Sollte jemand in seinem Traumjob arbeiten , dann kann er oder sie auch gern seinen Albtraumjob beschreiben
Ich mache mal den Anfang und beschreibe meinen Tag als Ärztin
Ein wenig Klischee und Idealisierung sehe man mir bitte nach …ich bekomm ja immer nur Bruchstücke mit und schließlich will man beim Traumjob ja nicht ans negative denken
Montag morgens halb 8 in einem Krankenhaus auf dem Land. Frau Dr. Kranke Schwester schlürt auf die Station und zieht sich im Arztzimmer um. Als ich auf den Flur trete spricht mich direkt Schwester Katja an…tausend Sachen die nach dem Wochenende geklärt werden müssen. Aber nichts davon klingt lebensbedrohlich, also erstmal zur Frühbesprechung. Dort besprechen wir… irgendwas, ich hab keine Ahnung.
Dann zurück auf die Station, Kaffee holen und erstmal auf den neuesten Stand gebracht werden. Welche Patienten sind neu , was war am Wochenende? Dann dem Pflegepersonal die Kurven abringen und Visite machen. Die meisten Patienten frühstücken gerade , einige sind bei Untersuchungen, also geht es relativ schnell. Zwischendurch kommt immer mal jemand vom Pflegepersonal und fragt dieses und jenes. Noch schnell zwei Viggos (Venenverweilkanüle, die lustigen bunten “Nadeln” im Arm für Infusionen) legen, naja schnell ist relativ, und dann ins Arztzimmer.
Was ich da nun mache? Gute Frage. Ich tippe jetzt mal darauf das ich Befunde durchsehe, Briefe diktiere, Anrufe annehme, mich mit Kodierung herumschlage und Untersuchungen hinterher telefoniere.
Hmm was mache ich als Ärztin sonst noch? Mit meinen Kollegen sprechen, Anordnungen in die Kurven schreiben, Frühstückspause machen. Dann wieder im Arztzimmer am PC herumwerkeln. Telefonate und Gespräche mit Angehörigen führen, Vormittags in der schlecht besetzten Funktionsabteilung Untersuchungen machen. Dabei immer wieder Telefonate von Station annehmen weil Fragen sind. Mittags wieder auf Station aufschlagen. Mittagspause machen. Dann ist wieder eine Besprechung von 13 bis 14 Uhr. Ich vermute mal wir besprechen die Befunde der OP’s oder größeren Untersuchungen wie Herzkatheter und ähnlichem.
Wieder auf Station erstmal Kaffee trinken und dann wieder Befunde sichten. Gespräche mit Angehörigen und mit Patienten die meinen es sei keine Visite gewesen *seufz*
Wenn Wochenmitte wäre hätte ich Nachmittags noch Oberarztvisite. Da kann ich dann das Pflegepersonal ärgern in dem ich alles was ich morgens angesetzt habe wieder ändere
Was mache ich den Rest des Nachmittags? Hmm vielleicht hänge ich EK’s an. Mache ein Punktion. Und weiter Papierkram, Gespräche, Telefonate. Mehr Kaffee…
Und dann pünktlich (haha) um 17.00 Uhr ziehe ich mich um. Auf dem Weg durchs Dienstzimmer fängt mich jemand vom Pflegepersonal ab und ich muss noch Marcumar ansetzten
Und dann gehe ich nach Hause.
So, das ist eine Mischung aus meinen Beobachtungen, Vermutungen und Vorurteilen über den Job der Arztes. Wie man sieht eindeutig gefärbt von der Arbeit auf einer internistischen Station. Wenn ich wirklich Medizin studieren würde wäre ich allerdings nicht Internistin geworden. Und auch keine Chirurgin. Mich würde die Anästhesie reizen. Aber da ich leider nicht viel im OP gearbeitet habe kann ich dazu absolut keinen Tagesablauf schreiben.
Jetzt gebe ich das ganze frei und hoffe auf eure Kommentare. Was sehe ich falsch? Was habe ich vergessen? Wo trügt der Schein? Was ist Klischee?
Ich freue mich auf Kommentare und hoffe das der ein oder andere sich beteiligt und seinen Tag im Traumjob beschreibt.
Und wenn du denkst es geht nicht mehr…
Veröffentlicht 9. April 2011 Klinikalltag Hinterlasse einen KommentarGerade hatte ich mich damit abgefunden das die Arbeit im Krankenhaus mich nicht mehr erfüllt, keinen Spass mehr macht und mir definitiv nicht fehlen wird. Ich habe gejammert, trotz der wenigen Tage die ich neben dem Studium nur arbeit, das ich keine Lust habe. So auch heute. Gestern Abend habe ich mich aufgeregt, heute morgen habe ich mich aufgeregt, auf dem Weg zum Dienst habe ich mich aufgeregt. Und dann?
Heute war ein Dienst wie er besser nicht hätte sein können. Es fing ruhig, wenn auch chaotisch an. Dann die üblichen Zwischenfälle. Ein verwirrter ,frischoperierter, gerade von der ITS verlegter Patient der meint allein aufstehen, nur auf ATS, wär ne super Idee. Es kam wie es kommen musste, ich fand ihn auf dem Boden zwischen Bett und Nachtschrank in klassischer Maikäferpostion (Auf dem Rücken, Arme und Beine nach oben ) . Patienten ins Bett gewuchtet, Diensthabenden informiert, Röntgen klargemacht. Ich muss sagen ich hatte ein wenig Sorgen das die frische Kyphoplastie ( so hieß das doch, oder?) hin ist, aber nein. Wunder gibt es immer wieder.
Eine verwirrte Dame die den ZVK in ihrer Jugularvene für völlig überflüssig hielt ( Parenterale Ernährung? Ach, wofür denn… ) und ihn sich kurzerhand selbst entfernt hat. Blutbad olé.
Diverse Angehörige mit abenteuerlichen Wünschen, Supermegaprivatpatienten mit eben solchen.
Zwischendrin immerwieder langeweile. Zigarettenpausen. Gefühlte 1000 SMS tippen
Dann kurzzeitig das nahen der Apokalypse…. Kaffee war leer. Aber wozu gibt es ne Nachbarstation?
Zum Abendrundgang die üblichen Sätze… “Sie bekommen noch eine Spritze zur Thromboseprophylaxe” , “Brauchen sie noch Wasser?” und der Klassiker “Schlaftabletten verteilt die Nachtschwester….”
Das alles hat mich die letzten Monate furchtbar genervt. Heute tat es das nicht. Mir gingen viele Storys aus meinem alten Haus durch den Kopf, die ehemaligen Kollegen fehlen mir. Aber ich habe das Gefühl ich bin in meinem neuen Haus endlich angekommen. Die Chirurgie wird nie mein Lieblingsfach, aber meine Berührungsängste habe ich verloren. Die Unsicherheit ist weg, meine Berufserfahrung kommt wieder voll zum Vorschein.
Und mit dem Verschwinden der Unsicherheit kommt aber auch ein wenig der Zweifel ob mir der Job vielleicht doch mehr fehlen wird als ich gedacht habe.
Vielleicht ja, vielleicht nein. Wir werden sehen wie es nach Ostern aussieht, da hab ich vier Tage am Stück. Könnte sein das ich dann wieder sicher weiß weshalb ich den Job nicht mehr machen wollte…
Aber für heute werde ich noch ein wenig nostalgisch sein und an die Highlights der letzten Jahre denken.
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