Archiv für 27. April 2009

Das erste Mal

Irgendwann kommt während der Arbeit im Krankenhaus der Moment vor dem viele Angst haben. Der erste Verstorbene. Man macht sich vielleicht im vorhinein Gedanken wie es sein könnte. Was man fühlen wird. Nunja, um ehrlich zu sein habe ich mir als ich mit der Ausbildung anfing recht wenig Gedanken darüber gemacht. Ich hab mir überhaupt recht wenig Gedanken gemacht, aber das ist ein anderes Thema. Ich möchte euch von meiner ersten (beruflichen) Begegnung mit dem Tod erzählen.

Ich war damals im Unterkurs. Mein zweiter Stationseinsatz. Ich war gerade mal 3 Monate aktiv dabei. Ich arbeitete auf einer internistischen Station, Schwerpunkt Onkologie. Viele sehr kranke Menschen, viel arbeit. Ich machte damals das was ich konnte und durfte, also im Endeffekt nicht viel. Waschen, Vitalzeichen kontrollieren und Klingeln ablaufen.

In einem Spätdienst klingelt es in einem Zimmer ganz am Ende der Station. Die Station war in einem ganz alten Gebäudetrakt untergebracht, endlose Flure, verwinkelt und mit absolut veralteter Technik. Es gab zwar eine Möglichkeit eine Anwesenheit im Zimmer anzuschalten, aber Alarm schellen damit Kollegen zu Hilfe kommen konnte man nicht. Ich begebe mich also in dieses Zimmer in der letzten Ecke der Station. Ein Einzelzimmer in dem eine sehr kranke Patientin liegt. Ich weiß nicht mehr genau was sie hatte, ich erinnere mich nur an Aszites und das sie Sauerstoff bekam.

Ich betrete das Zimmer und sehe ihren Mann und ihre zwei Kinder (beide etwa in meinem Alter). Der Mann kommt auf mich zu und sagt : ” Meiner Frau geht es nicht so gut, können sie bitte mal schauen?” Ich schaue von ihm zur Patientin und sehe das es der Patientin nicht nur “nicht so gut ” geht sondern das es wesentlich schlimmer ist. Präfinal. Kurz vor dem Tod stehend. Damals kannte ich den Ausdruck, aber hatte noch keinen Patienten erlebt der sich in diesem Zusand befand.  Ich weiß nicht warum aber ich wusste das es nicht mehr lange dauern wird bis die Patientin stirbt. Ich bat den Sohn der Patientin zum Schwesternzimmer zu gehen um eine Kollegin und einen Arzt zu holen. Alarm schellen ging ja nicht und über die gesamte Station brüllen fand ich in dieser Situation glaube ich auch nicht angemessen. Ich habe versucht bis meine Kollegen hinzukommen die Patientin einigermaßen zu beruhigen. Die Angehörigen hatten es zu diesem Zeitpunkt vorgezogen das Zimmer zu verlassen. Ich war alleine und hielt die Hand der Patientin. Ich weiß das es nicht lange dauerte bis eine examinierte Kollegin und der Stationsarzt ins Zimmer kamen, es waren vielleicht eine maximal zwei Minuten. Aber es hat sich angefühlt wie eine Ewigkeit. Und in genau dieser gefühlten Ewigkeit tat die Patientin ihren letzten Atemzug.

Ich kann mich noch genau daran erinnern was sie anhatte, ein gelbes Nachthemd mit einem Comicmotiv. Ich weiß noch wie das Licht ins Zimmer fiel. Ich kann mich genau daran erinnern wie es war die Patientin für den Transport in die Pathologie vorzubereiten. Geweint habe ich an diesem Tag nicht. Es hat mich berührt, aber es gehörte für mich von diesem ersten Erlebnis an zum Job dazu.

Geweint habe ich einige Tage später. Als ich bei meinen Eltern zum Kaffeetrinken war und die Zeitung durchblätterte. Bei den Todesanzeigen blieb ich hängen. Ich sah die Anzeigen für die Patientin der ich die Hand gehalten hatte. Eine der Anzeigen war von der Firma in der auch meine Mutter arbeitet. Eine recht große Firma, aber ich musste trotzdem Fragen : ” Mama, kennst du die Frau die da gestorben ist aus eurer Firma?” und zeigte ihr die Anzeige. Sie schaut sie sich an und sagt : ” Ja, wir haben eine zeitlang in der selben Abteilung gearbeitet. Bis sie krank wurde waren wir oft zusammen in der Cafeteria zum Kaffeetrinken und quatschen.”

Ich weiß noch genau wie ich die Zeitung hingelegt habe, meinen Kaffee abstellte und anfing zu weinen.

Scrubsmarathon die Zweite

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Scrubsmarathon die Erste

Ich möchte Dr. Cox bitte als Oberarzt in meinem Krankenhaus <3

Die Apotheke und ich

Jetzt hat mir mein liebster HA ein Paar Fersenpolster verordnet. Mit dem Rezept gleich heute vormittag brav in die Apotheke gedackelt. Da erstmal unklarheit… haben wir sowas ? Können wir sowas bestellen? Wildes gesuche beginnt aber nach ein paar Minuten: “Ja, kein Problem … bestellen wir , können sie heute Nachmittag abholen. Soweit so gut. Ich heute nachmittag brav nochmal zur Apotheke gedackelt… und da dann: ” Ja, also das muss die Krankenkasse erst genehmigen…Wir haben den Antrag da mal hingefaxt. Aber ne Antwort haben wir noch nicht. Wir rufen sie dann aber gerne an wenn die da ist.”

Ähm ja. Vielen Dank. Hätte mir vllt irgendjemand wenigstens sagen können das man das Genehmigen lassen muss? Dann hätt ich mir die ganze Fahrerei (ja hier ist tiefste Provinz, ländlich, Dorf) heute nachmittag sparen können . *bisschen grummelig bin ich nun*

Wer hat Angst vor Dr.House?

Ich habe ja vor nicht all zu langer Zeit eine Umfrage gestartet. Natürlich nicht ohne Grund. Ich habe in einer der vielen Zeitschriften die auf Station so rumfliegen einen kurzen Artikel darüber gelesen, das Menschen die häufig Arztserien schauen im echten Leben mehr Angst vor Operationen haben und allgemein höhere Erwartungen an die Behandlung im KH. Hier ein kleiner Artikel über die Studie die das ganze bestätigt.

Ist es nicht traurig das viele Menschen scheinbar schlecht dazu in der Lage sind Realität und Fiktion zu trennen?!

Hohe Absätze auf ärztliche Anordnung

So jetzt muss ich , bekennende Turnschuhfetischistin, für 4 -6 Wochen hohe Absätze tragen. Auf Anordnung meines Hausarztes. Achillodynie hat der Gute diagnostiziert. Klingt toll. Tut aber weh. Und meine Fussballen tun mir jetzt schon leid. :(

ps: und Blut abgeknöpft hat er mir auch noch *jaul*

URLAUB!!! und Besuch beim Doc :(

Es ist geschafft, die Kranke Schwester hat Urlaub. Endlich. 2 Wochen Ruhe und Frieden. Allerdings ein Wermuthstropfen. Die Kranke Schwester muss gleich zum HA ihres Vertrauens. Seit 2 Wochen dicke, rote, warme und auamachende Achillessehne. Und es wird und wird nicht besser. Ich hoffe nur der weise Druide weiß Rat.

Einen guten Start in die neue Woche wünscht die zur Zeit tatsächlich ein wenig Kranke Schwester;-)

Kaffeeperfusor bitte

Ich habe es geahnt.  Die Nacht will und will nicht rumgehen. Ich trinke meine 4. Tasse Kaffee undefinierbare Plörre und versuche krampfhaft wach zu bleiben. Es ist dermaßen anstrengend wenn man nichtmal ne Nachbarstation hat wo man mal ein kleines Schwätzchen halten kann. Mein Herz rast mittlerweile vom übermäßigen Plörre-Konsum und meine Augen brennen.

Die einzige Unterhaltung heute Nacht waren die paar Sätze mit dem Doc aus der INA der mir eine demente Dame “verkauft” hat. *seufz*

Aber ich bin beim zusammenheften der Unterlagen auf eine Frage gestoßen. Ich lese immer mit großem Interesse die Notarztprotokolle… was da manchmal drinsteht…. höchst interessant. Was mir dabei ins Auge sprang… Wieso gibt es da ein Feld wo der NA ankreuzt welcher Fachrichtung er angehört?

Was mir in der Seele wehtut

ist die Tatsache das meine 89 jährige Patientin gerade bitterlich anfängt zu weinen weil ich sie diese Nacht 3 mal zum WC begleiten musste und ihr das unendlich peinlich ist mir soviel “Arbeit” zu machen.

Wenn ich dann an so manch anderen Patienten denke, der – wesentlich jünger an Jahren- einen riesen Bohei macht um jede Kleinigkeit und so tut als wäre er der einzige WIRKLICH Kranke auf meiner Station, ja im ganzen Krankenhaus …. da wird mir ganz anders.


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Was sie schon immer über die Kranke Schwester wissen wollten, aber nie zu fragen wagten.

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