Archiv für 25. April 2009

Selbstzweifel…

Es ist jetzt 23.25 Uhr. Ich hab meine Aufgaben erledigt und bewache nur noch meine Schäfchen und warte auf das Morgegrauen. Zeit genug sich ein paar mehr Gedanken über das was ich ich tue zu machen. Ein Satz den meine Tante neulich zu mir sagte geht mir nähmlich nicht mehr aus dem Kopf. Sie sagte : “Weißt du mein Kind, du bist viel zu schlau um nur Krankenschwester zu sein. “

Zu schlau? Nur Krankenschwester? Was soll das bitte heißen? Bin ich etwas minderwertiges weil ich “nur” Krankenschwester bin und keine Frau Doktor? Ich denke nicht das es so gemeint war ( ich kenne meine Tante) aber trotzdem geht es mir nicht aus dem Kopf. Es lässt mich darüber nachdenken warum ich den Beruf ergriffen habe. Warum heute weiterhin viele den Beruf ergreifen. Es lässt mich darüber nachdenken was ich alles gelernt habe und was ich im Endeffekt von meinem Wissen nutzen kann.

Schauen wir uns doch mal an was ein Ausbildungsportal über die Aufgaben als Krankenschwester (verzeihung Gesundheits-und Krankenpflegerin) schreibt:

“Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen sind verantwortlich für die Pflege und die psychosoziale Betreuung kranker und pflegebedürftiger Menschen. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem ärztlichen Dienst und anderen therapeutisch tätigen Berufsgruppen wie Physiotherapie und Sprachtherapie. Kenntnisse der Pflegeforschung müssen in den Berufsalltag integriert werden, damit die Pflegequalität gewährleistet bleibt. Individuelle Pflegepläne werden mit jedem Patienten und ggf. auch mich den Angehörigen angelegt. Des Weiteren bereitet das Pflegepersonal die Patienten für Untersuchungen vor und assistiert den Ärzten bei Untersuchungen und Eingriffen. ”

(Quelle http://www.aubi-plus.de )

Das hört sich gut an. Aber schauen wir doch mal was davon auf meine Arbeitsalltag zutrifft….

Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen sind verantwortlich für die Pflege und die psychosoziale Betreuung kranker und pflegebedürftiger Menschen.

Ja, definitiv. Wobei die psychosoziale Betreuung wenn man ehrlich ist aus Zeitgründen meist flach fällt. Von gelegentlichem Smalltalk zwischen Tür und Angel mal abgesehen.

Die Versorgung der Patientinnen und Patienten erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem ärztlichen Dienst und anderen therapeutisch tätigen Berufsgruppen wie Physiotherapie und Sprachtherapie.

Kommt immer drauf an. Mal hat man Ärzte die wirklich mit der Pflege zusammenarbeiten, uns um Rat fragen oder einfach unsere Meinung über den Zustand eines Patienten hören wollen. Aber leider ist das häufig nicht der Fall. Unsere Docs wissen selbst kaum wie sie ihr Arbeit fertig bekommen sollen. Gemeinsame Visite von Arzt und Schwester habe ich hier noch nicht erlebt. Das höchste der Gefühle war eine halbherzige Kurvenvisite.

Und die Zusammenarbeitmit Physiotheapie und Co.? Nunja. Ich sehe unseren Physiotherapeuten einmal am Tag. In der Regel fragt er dann ob es was neues gibt oder ob die Entlassung geplant ist. Das war’s . Enge Zusammenarbeit? Wohlkaum.

Kenntnisse der Pflegeforschung müssen in den Berufsalltag integriert werden, damit die Pflegequalität gewährleistet bleibt.

Ähm ja. Okay Eisen und Fönen ist out. Das wissen wir, aber andere neue Erkenntnisse bekomme ich seit meine Ausbildung vorbei ist nur über Umwege. Entweder ich quetsche meine Schüler aus was es neues gibt oder ich informiere mich selbst durch entsprechende Fachliteratur, Zeitschirften etc.

Individuelle Pflegepläne werden mit jedem Patienten und ggf. auch mit den Angehörigen angelegt.

An dieser Stelle musste ich, so traurig es ist, herzhaft anfangen zu lachen. Ganz ehrlich. Ich bin froh wenn ich, bei der Personalbesetzung die wir die meiste Zeit haben, es  schaffe alle meine Patienten zumindest grundlegend zu versorgen. Von Individueller Pflege , gar von ganzheitlicher Pflege , traue ich mich bei dem was ich tue nicht zu sprechen.

Des Weiteren bereitet das Pflegepersonal die Patienten für Untersuchungen vor und assistiert den Ärzten bei Untersuchungen und Eingriffen. ”

Vorbereiten für die Untersuchung. Ja. Durchaus. Darmreinigung vor Coloskopie, Leistenrasur vor Coronarangiographie…aber das ist wirklich nur ein geringer Teil meiner täglichen arbeit. Assistenz bei Untersuchungen? In den Funktionsabteilungen ganz gewiss, aberauf Station? Okay ich halte beim Blutabnehmen (wobei das machen wir mittlerweile selbst) oder beim Venenzugang legen mal den ein oder anderen Patientenarm fest. Aber ist das wirklich Assistenz bei Untersuchungen? Ich glaube kaum.

Ja aber WAS machst du denn den ganzen Tag auf Station?

Ich gehe ans Telefon, ich streite mich mit Angehörigen die abends um 19 Uhr den Sationsarzt sprechen wollen, ich sortiere und hefte Befunde in Akten ein, ich dokumentiere zigfach was ich am Patienten alles gemacht habe. Und zwar soviel das darüber die Zeit ich ich meiner Meinung nach besser den Patienten widmen sollte verloren geht….

Wenn du so unzufrieden bist WARUM machst du den Job dann noch?

Weil ich immernoch Hoffnung habe das sich etwas ändert. Weil ich denke, das Pflege wichtig ist. Weil ich gut in meinem Job bin. Weil es auch Tage gibt an denen ich Zeit für meine Patienten habe. Und weil das dankbare lächeln und ein “Dankeschön” von einem Patienten der meine Hilfe braucht und bekam mich trotzallem an das Glauben lässt was ich tue.

Nur Krankenschwester… nunja vielleicht ändert sich diese Sicht der Dinge irgendwann wenn die Pflege endlich zu einem eigenen Profil findet. Aber das…. ist eine andere Geschichte.


Guten Morgen

Noch etwas verknautscht nachdem ich heute vormittag schon kurz wach war habe ich nun auch das Reich der Wachen Menschen betreten. Wobei wach der falsche Ausdruck ist. Ich befinde mich nach nur wenigen Stunden schlaf in einem Zustand den ich normalerweise beim Wechsel von der Spät- in die Frühschicht habe. Man steht früh auf, fühlt sich irgendwie matt und ist doch Stolz es geschafft zu haben so früh auf zustehen (zur Erklärung… ich bin eine waschechte Nachtigall und keine Lerche) . Jetzt fühle ich mich auch so als wäre ich in heroischer Weise früh aufgestanden. Nur…. es ist 17.25 Uhr. Irgendwie kommen mein Hirn und meine Gefühle da auf keinen gemeinsamen Nenner.

Aber ich schweife ab, es ist Zeit die letzte Nacht Revue passieren zu lassen. Am Anfang der Nacht folgte ein “Notfall” auf den anderen. Bis auf die nette Frau S. war aber nichts davon wirklich dramatisch. Ein paar EK’s hier, ein wenig Nitrospray dort… das Übliche. Trotzdem bin ich nach dieser Nacht geschlaucht wie lange nicht mehr. Warum? Wir haben im Moment ein Klientel das Anstrengend ist wie lange nicht mehr… Da wird aus einigen Zimmern die ganze Nacht geschrien (Schwäääästaaaa!!!!! Schwääääästaaaaaaaaaaaaa!) und auf den freundlichen Hinweis das es eine Klingelt gibt um bei Bedarf die Hilfe einer Schwester anzufordern bekommt man die Antwort : ” Ich weiß, ich muss den roten Knopf da drücken aber ich dachte so kommen sie schneller! ” Ähm …..

Mit einem anderen durfte ich mich die halbe Nacht darüber streiten warum die vom Oberarzt angeordnete strikte Bettruhe tatsächlich stikte Bettruhe bedeutet und eben nicht “Vorher-durfte-ich-auch-immer-zum-WC-also-will-ich-das-jetzt-auch-und-Punkt Bettruhe!

Und das waren nur zwei der Highlights.

Das tolle ist…. Wochenende, ich kann also nichtmal damit rechnen das einer meiner speziellen Freunde bis heute Abend vielleicht entlassen wurde. *tiefseufz*

Bald ist Urlaub !

Grüße die Kranke Schwester

Schatz, ich hab dir die Syphillis gekauft

RIESENmikroben Plüschmikroben.

Ich bin auf diese wunderbare Webseite gestoßen. Schaut euch die süssen an. Sind sie nicht einfach zum gernhaben? Ich wünsch mir Tripper :)

Endlich

Ich hab es bis in mein Bett geschafft. Wenn ich dran denke, das mir noch zwei solche Nächte bevorstehen wird mir irgendwie anders. :-/ Aber nunja …. Bald ist Urlaub, bald ist Urlaub, bald ist……

Autsch

Hab ich eigentlich erwähnt das arbeiten mit einer roten, überwärmten, geschwollenen Achillessehne keinen Spass macht *grml*

Gedanken zum Nachtdienst

Also, was ich mich irgendwie schon häufiger im zusammenhang mit meinen Nachtdiensten gefragt habe ist folgendes:

Wir Frauen sind ja was Kosmetika betrifft sehr eigen. Keine Körperpartie für die es nicht eine extra Creme gibt. Augencrem, Gesichtscreme, Anti Cellulitis Creme, Nach der (Bein)Rasur Creme ….usw. usw.

Und dann gibt es als wäre das nicht genug auch noch Cremes für verschiedene Tages – und Nachtzeiten. Sprich: Gesichtstagescreme und Gesichtsnachtcreme.

Dem geneigten Leser erschließt sich vielleicht schon worauf ich hinaus will. Also … normaler Tag. Die Kranke Schwester steht auf, geht duschen, reinigt ihr Gesicht , legt die Tagescreme auf, (aus Zeit und Platzgünden spare ich mir die Beschreibung des restlichen Tages bis hin zu….) kommt nach Hause, geht duschen, reinigt ihr Gesicht, legt die Nachtcreme auf und entschwindet ins Bett.

Nachtschichttag… Die Kranke Schwester steht am späten nachmittag auf, geht duschen, reinigt ihr Gesicht und …. ja was nun? Tages- oder Nachtcreme?

Geht das nach Stunden? Alle 12 Stunden im Wechsel? Oder richtet es sich danach wie ich mich “belaste” ? Könnte das nicht mal jemand auf die verdammte Packung schreiben?

Was denkt ihr? Was ist richtig?

Müde  grüße von der Kranken Schwester

ps: Mit meiner Zahnpasta hab ich ähnliche Probleme. Ihr wisst schon ….morgens Aponal abends Lennex , oder so ähnlich  ;-)


Blog Stats

  • 87,736 hits

Was sie schon immer über die Kranke Schwester wissen wollten, aber nie zu fragen wagten.

Twitter

 

April 2009
M D M D F S S
    Mai »
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  

Archiv

Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.

Join 263 other followers


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 263 other followers