Archiv für April 2009

Das passt wie Arsch auf Eimer

Folgende Geschichte ist noch nicht allzulange her. Es ist früh am morgen ,kurz vor sieben. Mein letzter Frühdienst nach 12 Tagen arbeiten. Ich versorge mit meiner Kollegin einen Patienten der in 2 Stunden in die neurologische Frühreha verlegt werden soll. Plötzlich klingelt es. Meine Kollegin kommt kurz allein zurecht , also schaue ich fix auf den Flur wo es schellt. Direkt gegenüber. Also kurz bescheid sagen und dann zur Klingel gehen.

Im Zimmer sitz eine Patientin auf dem Nachtstuhl und begrüßt mich mit folgenden Worten: ” Entschuldigung entschuldigung, es tut mir so Leid”

Ich blicke verständnislos und es entwickelt sich folgender Dialog…

KS : Was tut ihnen denn Leid?

PAT: Ja, ich musste Stuhlgang machen , ich hab es nicht bis zum Klo geschafft. Es tut mir ja so leid!

Kurzer Blick auf den Nachtstuhl…oO der Deckel ist noch drauf! Ich freue mich innerlich auf das was bevor steht…

KS : Wenn ich ihnen helfe und sie sich am Bett festhalten… können sie dann eine kurze Zeit stehen?

PAT : Ja, wenn sie mir hochhelfen ist das kein Problem , wissen sie … meine Knie…..

Also fahre ich die Patientin kurzerhand mit dem Stuhl vor das Bett … während ich das mache , mache ich eine interessante Entdeckung…

Der Topf der sich normalerweise unter dem Nachtstuhl befindet steht oben auf dem Deckel und darauf trohnt meine Patientin.

Von vorne konnte ich das ganze Nicht sehen weil der Topf durch das etwas größere Körpervolumen der Patientin verdeckt wurde.

Nunja , es hilft alles nichts ich muss die ganze Schweinerei irgendwie sauber bekommen, also helfe ich der Patientin hoch und es kommt wie es kommen musste…..

Als die Patientin vor dem Bett steht klebt der Topf noch an ihrem Hintern. Vakuumbildung ist doch was faszinierendes. Die Patientin bemerkt das ganze und fängt an zu lachen. Ich kann nicht anderes und kichere ein wenig mit.

Als ich dann den Topf von ihrem Gesäß wegziehe macht es das typische ” Jetzt kommt wieder Luft in den leeren Raum” Geräusch. Die Patientin und ich sehen uns kurz an und brüllen beide vor Lachen…

Als ich bei meiner Kollegin wieder ankomme bin ich hochrot im Gesicht, habe Tränen in den Augen und lache immernoch.

Der Rest der Kollegen hat sich dann ebenfalls fast eingenässt als ich die Story erzählt hab und die Patientin wird auch nicht müde sie allen neuen Mitpatienten zu erzählen…. stets mit dem  Kommentar…. “Tja da sieht man mal was das heißt..das passt wie Arsch auf Eimer!”

Grüße aus der Rheinmetropole

So, ich habe meinen Urlaub begonnen *freu und hüpf* Also werde ich die Zeit nutzen und den ersten Artikel für die neueste Kategorie schreiben. “Akuter Lachanfall” beschreibt Geschichten die ich oder meine Kollegen im Krankenhaus erlebt haben. Sie sind fast immer zum brüllen wie ich finde. Manchmal eklig…und auch wenn ihr das nicht glaubt…. durch und durch wahr. Also… ich lege gleich los, aber ich muss mir schnell noch nen zweiten frischen Pfefferminztee bestellen ;-)

Nachtrag zur Apothekenoddysee

Gestern durfte ich meine bestellten Fersenkissen dann endlich mal abholen. Die Krankenkasse hatte einen Teil des Geldes genehmigt. Ich also den Rest plus Rezeptgebühr bezahlt… Nach Hause. Die Dinger ausgepackt. Die Anleitung gelesen und sehr dumm geguckt. Die haben tatsächlich die Falschen bestellt. *seufz* Also wieder zur Apotheke. Da dann die freundliche Auskunft: ” Ja, also die müssen wir dann nochmal bestellen. Heute nachmittag halb fünf!” OOOOOkay! Ich hab dann noch schnell abgeklärt ob meine Oma die für mich abholen kann. O-Ton :” Die kann jeder abholen der will!” Ähm, wie bitte? Egal jetzt , ich muss los.

Das Ende vom Lied,ich bin in meinen wohlverdienten Urlaub gefahren.Und Oma hat mir die Dinger abgeholt und schickt sie mir heute hinterher!

So und jetzt gehe ich die City unsicher machen!

Ein Hoch auf die Fortbildungen

Auf die Fortbildungen die ich seit meinem Examen nicht hatte. Beim ersten Versuch kam die Fortbildung zu der ich gern wollte (Kinästhetik) nicht zu stande. Im nächsten Versuch wurden die Fortbildungen ab mitte des Jahres für alle gestrichen. Personalmangel. Meine geplante Fortbildung ( zweiter Versuch Kinästhetik) war leider erst für November geplant. Also wieder Pech. Im dritten Versuch durfte ich nicht zur Fortbildung (Wundmanagement) weil die Kollegin die im Vorjahr dort war wieder hin sollte. Und ” also einer pro Station der sich auskennt reicht ja wohl. Ich kann nciht zweien von euch an einem Tag ne Fortbildung genehmigen. Okay, hab ich (ein wenig) Verständnis für. Wenn die Kollegin nicht heillos überfordert wäre mit der Aufgabe. Da sind sich alle auf der Station einig. Aber sagen tut keiner was. Und ich werde auch  nicht ähm weniger meinen Mund aufmachen. Die Kollegin ist nämlich schon mindestens 5 mal so lange im Job wie ich. Nunja …im vierten Versuch wollte ich mich dann mal der Fortbildung Diabetes mellitus zuwenden, weil da teilweise totales unverständnis bei meinen Kollegen herrscht und meine letzen Infos noch aus der Ausbildung stammen ( mal abgesehen von den kleinen Rundbriefen unserer Diabetesfachkraft 2mal im Jahr). Nunja was soll ich sagen. Die Fortbildung wird nicht mehr angeboten.Es waren wohl in den letzten Jahren zu wenig Interessenten.

Ich werde mich jetzt privat nach Fortbildungen umsehen.  Auch wenn es teuer wird. Und auch wenn es meine Freizeit kostet.

Da ich auch grad auf Jobsuche bin brauche ich nur noch ne Erklärung für potenzielle Arbeitgeber warum ich denn in der Zeit seit dem Examen keine Fortbildung gemacht hab ?!

Kranke Schwester steht auf III

… kalten Kakao, aber nur der mit dem Hasen ;-)

Murphys Gesetz

Es war so klar. Ich habe Urlaub und das Wetter ist enttäuschend. Kalt. Neblig. Fröstelfaktor hoch. *seufz* Ausserdem ist nichts los. Und alle anderen arbeiten. Ich langweile mich auf der Terasse rum und mache weiter Scrubsmarathon. Ich hab nichtmal Lust in die Stadt zu fahren oder so. Wie soll man auch entspannt laufen auf diesen hohen Absätzen ?!

Eine 10 auf der Schmerzskala

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Ja auch wir benutzen die Schmerzskala (nein nicht so wie in dem Video). Da Problem ist nur, viele Patienten verstehen leider nicht was ich von ihnen will auch wenn ich ihnen die Skala dreimal erklärt habe. *seufz*

 

Das erste Mal

Irgendwann kommt während der Arbeit im Krankenhaus der Moment vor dem viele Angst haben. Der erste Verstorbene. Man macht sich vielleicht im vorhinein Gedanken wie es sein könnte. Was man fühlen wird. Nunja, um ehrlich zu sein habe ich mir als ich mit der Ausbildung anfing recht wenig Gedanken darüber gemacht. Ich hab mir überhaupt recht wenig Gedanken gemacht, aber das ist ein anderes Thema. Ich möchte euch von meiner ersten (beruflichen) Begegnung mit dem Tod erzählen.

Ich war damals im Unterkurs. Mein zweiter Stationseinsatz. Ich war gerade mal 3 Monate aktiv dabei. Ich arbeitete auf einer internistischen Station, Schwerpunkt Onkologie. Viele sehr kranke Menschen, viel arbeit. Ich machte damals das was ich konnte und durfte, also im Endeffekt nicht viel. Waschen, Vitalzeichen kontrollieren und Klingeln ablaufen.

In einem Spätdienst klingelt es in einem Zimmer ganz am Ende der Station. Die Station war in einem ganz alten Gebäudetrakt untergebracht, endlose Flure, verwinkelt und mit absolut veralteter Technik. Es gab zwar eine Möglichkeit eine Anwesenheit im Zimmer anzuschalten, aber Alarm schellen damit Kollegen zu Hilfe kommen konnte man nicht. Ich begebe mich also in dieses Zimmer in der letzten Ecke der Station. Ein Einzelzimmer in dem eine sehr kranke Patientin liegt. Ich weiß nicht mehr genau was sie hatte, ich erinnere mich nur an Aszites und das sie Sauerstoff bekam.

Ich betrete das Zimmer und sehe ihren Mann und ihre zwei Kinder (beide etwa in meinem Alter). Der Mann kommt auf mich zu und sagt : ” Meiner Frau geht es nicht so gut, können sie bitte mal schauen?” Ich schaue von ihm zur Patientin und sehe das es der Patientin nicht nur “nicht so gut ” geht sondern das es wesentlich schlimmer ist. Präfinal. Kurz vor dem Tod stehend. Damals kannte ich den Ausdruck, aber hatte noch keinen Patienten erlebt der sich in diesem Zusand befand.  Ich weiß nicht warum aber ich wusste das es nicht mehr lange dauern wird bis die Patientin stirbt. Ich bat den Sohn der Patientin zum Schwesternzimmer zu gehen um eine Kollegin und einen Arzt zu holen. Alarm schellen ging ja nicht und über die gesamte Station brüllen fand ich in dieser Situation glaube ich auch nicht angemessen. Ich habe versucht bis meine Kollegen hinzukommen die Patientin einigermaßen zu beruhigen. Die Angehörigen hatten es zu diesem Zeitpunkt vorgezogen das Zimmer zu verlassen. Ich war alleine und hielt die Hand der Patientin. Ich weiß das es nicht lange dauerte bis eine examinierte Kollegin und der Stationsarzt ins Zimmer kamen, es waren vielleicht eine maximal zwei Minuten. Aber es hat sich angefühlt wie eine Ewigkeit. Und in genau dieser gefühlten Ewigkeit tat die Patientin ihren letzten Atemzug.

Ich kann mich noch genau daran erinnern was sie anhatte, ein gelbes Nachthemd mit einem Comicmotiv. Ich weiß noch wie das Licht ins Zimmer fiel. Ich kann mich genau daran erinnern wie es war die Patientin für den Transport in die Pathologie vorzubereiten. Geweint habe ich an diesem Tag nicht. Es hat mich berührt, aber es gehörte für mich von diesem ersten Erlebnis an zum Job dazu.

Geweint habe ich einige Tage später. Als ich bei meinen Eltern zum Kaffeetrinken war und die Zeitung durchblätterte. Bei den Todesanzeigen blieb ich hängen. Ich sah die Anzeigen für die Patientin der ich die Hand gehalten hatte. Eine der Anzeigen war von der Firma in der auch meine Mutter arbeitet. Eine recht große Firma, aber ich musste trotzdem Fragen : ” Mama, kennst du die Frau die da gestorben ist aus eurer Firma?” und zeigte ihr die Anzeige. Sie schaut sie sich an und sagt : ” Ja, wir haben eine zeitlang in der selben Abteilung gearbeitet. Bis sie krank wurde waren wir oft zusammen in der Cafeteria zum Kaffeetrinken und quatschen.”

Ich weiß noch genau wie ich die Zeitung hingelegt habe, meinen Kaffee abstellte und anfing zu weinen.

Scrubsmarathon die Zweite

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Scrubsmarathon die Erste

Ich möchte Dr. Cox bitte als Oberarzt in meinem Krankenhaus <3


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Was sie schon immer über die Kranke Schwester wissen wollten, aber nie zu fragen wagten.

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