Ein nettes Büro. Einen Stapel Akten. Einen PC. Ein paar Blumen. Arbeitszeiten von 8 bis 16 Uhr. Die Wochenenden frei.
Warum ich das schreibe? Nunja. Ich mag meinen Job wirklich. Aber je länger ich raus bin um so mehr kommen mir Zweifel ob es wirklich das ist was ich weiter machen will. Die Bezahlung ist schlecht. Die Arbeitsbedingungen sind mies und werden nicht besser. In Österreich verdient eine Pflegehelferin mit nur einem Jahr Ausbildung soviel wie ich nach 3 Jahren Ausbildung. Das ist nicht fair. Wenn ich arbeite muss ich zusehen das ich die Patienten möglichst schnell „abfertige“ damit ich genug Zeit habe für Bürokram, Organisation und Dokumentation. Die Prioritäten sollten andersherum sein. Wer sich Zeit nehmen will, ganzheitlich pflegen der erlebt schnell das es einfach nicht zu schaffen ist. Ich hab in der Ausbildung vieles gelernt um einem Patienten den Aufenthalt im Krankenhaus und auch die Krankheit so angenehm und erträglich wie möglich zu machen. Doch Zeit und Möglichkeit dieses Wissen anzuwenden habe ich nicht.
Ich bin jetzt seit 4 Jahren examinierte Krankenschwester. Seit 7 Jahren arbeite ich im selben Krankenhaus. Und jetzt bin ich müde. Wenn ich meine Kolleginnen besuche oder mit ihnen telefoniere höre ich nur Klagen, Stress und Unzufriedenheit. Ich möchte gerne sagen das ich meinen Job jeden Tag mit Freude mache, aber dem ist nicht so. Ich rege mich auf, ich bin unzufrieden und unmotiviert. Ich habe das Gefühl das es die Chefetage herzlich wenig kümmert wie es um die Motivation der Mitarbeiter steht.
Ich weiß es ist utopisch anzunehmen das es in anderen Branchen besser zu geht. Aber trotzdem überlege ich jeden Tag welcher Job mir statt meinem jetzigen Spass machen könnte. Ich werde in einigen Monaten umziehen. Und mir an meinem neuen Wohnort auch wieder einen Job als Krankenschwester suchen. Aber ich weiß nicht ob ich nächstes Jahr um diese Zeit immernoch als Krankenschwester arbeiten werde.
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